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Antike - Die Anfänge des Karnevals im Rheinland

Die Saturnalien

Die römische Kolonie Colonia Claudia Ara Agripinensium (heutiges Köln) , Hauptstadt der Provinz Niedergermanien, war das Zentrum für alle römischen Feierlichkeiten im Rheinland. Als eines der bedeutensten Feste dieser Zeit galten die sogenannten Saturnalien.

Dieses Freudenfest wurde zur Erinnerung an den Gott Saturn ausgerichtet, dessen Herrschaft als eine sehr glückliche Zeit, ohne Sklaven und Ungleichheit, verstanden wurde. Während die Arbeit ruhte wurde ausgelassen getanzt, gesungen und getrunken. Ähnlich wie schon zu Gudeas Zeiten bewirteten die Herren ihre Sklaven, Männer und Frauen tauschten ihre Kleider und jeder durfte sich ohne Einschränkungen zu Wort melden.

Ein Zitat von Lucian erklärt: 'Es ist mir innerhalb der Saturnalien nicht gestattet, etwas Ernsthaftes oder Wichtiges zu tun, sondern bloß zu trinken, zu lärmen, zu scherzen und Würfel zu spielen, Festkönige zu wählen, die Sklaven zu bewirten, nackend zu singen und etwas mit Ruß bestrichen in einen kalten Brunnen getaucht zu werden.'

Der damalige Brauch, sich gegenseitig mit Rosenblättern zu überschütten, wird gerne mit dem heutigen Konfettiwerfen verglichen. Man liegt nicht gänzlich falsch, wenn man diese Feierlichkeiten als Karneval der Antiken Welt bezeichnet.

Griechische und Ägyptische Einflüsse

Die Kolonie CCAA unterhielt vielfältige wirtschaftliche Beziehung in ihrem weiteren Umkreis und sogar bis nach Skandinavien. Köln war ein Botschafter des römischen Reiches, gleichzeitig aber tolerant und weltoffen. Händler und Reisende aus allen Teilen der Welt strömten in die Stadt und veränderten so nicht nur das Stadtbild, sondern auch Bräuche und Sitten.

Unter griechischem Einfluss wandelte sich das Fest der Saturnalien zunehmend zu einem karnevalesken Treiben. Die ursprüngliche Verbindung zum Gott Saturn wurde schwächer, auch weil die Griechen mit einem ähnlichen Fest den Gott Dyonisos verehrten und die Ägypter der Göttin Isis huldigten. Die großen Dionysien waren eine sehr eigene Mischung aus religiöser Inbrunst und ausschweifender Sinneslust. Während dieser Feiern wurden karnevalistische Umzüge veranstaltet, die von als Nymphen, Mänaden und Satyren verkleideten Menschen begleitet wurden.

Der Carrus Navalis

So kam es zu einer Art Karnevalsumzug. Durch die Straßen Kölns wurde ein Schiffskarren gezogen, der carrus navalis. Manche Theorien gehen davon aus, dass von diesem das Wort Karneval abstammt. Auf dem Karren standen Figuren der Göttinnen Isis und Nethus. Verkleidete Menschen begleiteten den bunt bemalten Wagen, musizierten laut und wild. Der Lärm sollte die Lebensgeister wecken und den Tod abschrecken.

Das ganze Treiben unterstreicht den Charakter der Saturnalien als fröhliche und ausgelassene Feier. Apulejus von Madaura erzählt um 124 n. Chr. über das Isisfest in seinen Metarmorphosen: 'Damals zogen durchs Land um Korinth scherzhafte Masken; zuerst erschien da der skurrile Vortrag der Prozession, sodann kamen die Verkleideten selbst: Esel und Philosophen, Gladiatoren und Magister, Magistrate, Jäger uns Soldaten, Fischer, Vogelsteller. Männer hüllten sich in Frauenkleider. Ein Bär von ebensolch abenteuerlicher Larve tänzelt mit. Es folgt und beschloss endlich das kunstvoll gezimmerte Schiff voll greller Malereien den lärmenden, schreienden, grotesken Aufmarsch.'

 


Noch 212 Tage bis zum Rosenmontag 2009 ;-) Letztes Update: 23.07.2008 / CMS by Farcry - ColdFusion CMS