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Karneval in der Neuzeit

Bedeutung der Handwerkszünfte

Im Barok und Rokkoko wurden auf Schlössern und Fürstenhöfen Maskenbälle gefeiert, die allerdings von der italienischen Comedia dell’Arte inspiriert waren und somit in einer anderen Tradition stehen, als die Fastnachtsfeste.

In den Städten waren es, bis zum Ende des 18.Jhr., die Handwerkszünfte, die die Form des Karnevals bestimmten. Sie veranstalteten sogenannte Banden: Aufführungen die Verkleidung und Fastnachtsschauspiel miteinander verbinden. Diese Spiele fanden auf offener Straße statt, insbesondere vor den Häusern reicher Bürger.

Die satirische Darbeitung stand hier im Mittelpunkt, mit deren Hilfe die Hierarchien zwischen den verschiedenen Ständen auf witzige und ironische Weise aufgehoben werden konnte. Als Dank für ihre Darbeitungen wurden die Handwerker von den reichen Bürgern bewirtet. Dieser Brauch erinnert an die römischen Saturnalien, wo die Herren ihre Sklaven bewirteten.

Die Franzosen in Köln

1794 übernahmen die Franzosen die Herrschaft in Köln. Sie verboten den Karneval, was allerdings nur teilweise gelang. Anstatt zu versiegen verlagerte er sich vielmehr von der Straße in die Kneipen, was zu noch strengeren Verbotsversuchen führte. Ob die Einsicht in die Ungefährlichkeit der Feiern, oder der original kölsche Charm ausschlaggebend waren, ist nicht genau bekannt, jedenfalls wurde das Verbot 1801 wieder aufgehoben.

Das half der Vitalität des Karneval allerdings nur wenig. Denn in der Zwischenzeit sind die Zünfte abgeschafft worden, die ja die tragende Säule des organisierten Karnevals waren. Das Hereinbrechen der französischen Revolution trug das ihrige zur Schwächung des Karneval bei. Dennoch kam es zu ein paar kleinen Änderungen der Karnevalsbräuche. Mit dem häufigen Auftreten von Charaktemasken, z.B. von bekannten Persönlichkeiten, kam es auch zu verstärkter Bezugnahme auf das aktuelle Zeitgeschehen, meistens in einem ironischen Ton, in der Form von Parodien.

Es wurden kleine Umzüge veranstaltet. Die Teilnahme daran war kostenpflichtig, wobei der Erlös zu wohltätigen Zwecken verwendet wurde. Gegen Ende der Feierlichkeiten kam es zu einer Zeremonie des 'Begrabens', ähnlich der heutigen Nubbelverbrennung.

Die Preußen in Köln

Als die Preußen 1815 die Herrschaft in Köln übernehmen geht es mit dem Karneval weiter bergab. Dem Preußen sind die ausschweifenden Gelage, die zunhemend zu verrohen drohen, nicht geheuer. Mehrmalig droht ein Verbot der Feierlichkeiten. Doch Rettung naht schon bald.


Noch 212 Tage bis zum Rosenmontag 2009 ;-) Letztes Update: 23.07.2008 / CMS by Farcry - ColdFusion CMS