Die Narrenkappe
Symbole spielten seit je her im Karneval eine wichtige identitätsstiftende Rolle. Dazu gehören zum Beispiel die Narrenkappe, die Narrenzahl Elf, die Verleihung von Orden und Ehrendiplomen sowie die Karnevalsrufe 'Alaaf!' und 'Helau'.
Die Idee zur Narrenkappe hatte der Preußische Generalmajor von Czettritz und Neuhauß, Kommandeur der 15. Kavallerie Brigarde in Köln. Dieser hatte für den Rosenmontagszug seine Schimmel zur Verfügung gestellt, zur Freude aller Mitglieder des Festordnenden Komitees. Im Gegenzug schlugen diese vor, den Generalmajor zum Kölner Bürger zu ernennen. Bei der zu diesem Zweck stattfindenden Versammlung begann von Czettritz seine Dankesrede mit den Worten: „Gleiche Brüder, gleiche Kappen“ und schlug vor 'hinfürhro als Unterscheidungs-Zeichen der Eingeweihten von den Profanen ein kleines buntfarbiges Käppchen' während der Versammlungen zu tragen.
Obwohl man sich fragte warum nicht ein Kölner schon früher hätte auf diese Idee kommen können, wurde der Vorschlag mit Begeisterung aufgenommen und schnell in die Tat umgesetzt. Auch in anderen Städten und Karnevalsgesellschaften wurde die Narrenkappe, meistens von Anfang an, als geimeinschaftliches Symbol eingeführt. So trugen die Aachener Florresen ab 1829 Narrenkappen und auch der Düsseldorfer 'Carnevalsverein pro 1829'. Die Narrenkappe stand als Symbol für die Gleichheit und Eintracht aller Narren.
Als Gegenstück zum Hut, dem Symbol der bürgerlichen Gesellschaft, verkörperte sie ein Narrenreich, das die Hierarchie des Alltags aufhob.
Die Zahl Elf
Neben der Narrenkappe spielt auch die Zahl Elf im Karneval eine bedeutende Rolle. Interpreationen der Zahl gibt es viele. Zum einen gilt die Zahl als Symbol der Sünde und Mahnung zur Umkehr, weil sie die erste Zahl ist, die die Anzahl der zehn Gebote überschreitet.
Edmund Stoll gibt 1840 eine andere Erklärung: 'Die Nummer Elf bezeichnet dem Kölner die lustige Narrheit: denn dem tiefer Schauenden ruft sie zu Ei Lustig Fröhlich. Sie ist das Zeichen der Eintracht, denn ihre Rechte spricht, wie ihre Linke.'
Eine politische Deutung bringt die Elf mit der französischen Revolution in Verbindnung. Elf enthält die Anfangsbuchstaben des Mottos der Revolution: Egalité, Liberté, Fraternité. (Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit).
Das Kölner Wappen weist elf Flammen auf, was allerdings auf die Elftausend Jungfrauen zurückgeht. Der Elferrat, der heute die Führungsebene einer Karnevalsgesellschaft ausmacht, wurde möglicherweise in Aachen erfunden. Dort wurde die Anzahl bereits 1829 in den Statuten festgelegt. In Köln einigte man sich erst 1830 auf elf Vorstandsmitglieder.
Die Karnevalsorden
Karnevalsorden waren im Karneval von Beginn an vorhanden und beliebt. Bei einer Verleihung steht die Persiflage von höfischem Zeremoniell und militärischer Auszeichnung im Mittelpunkt. Dennoch vermischt sich diese Ironie nicht selten mit ernstem Stolz und echter Freude über die Auszeichnung. Verliehen werden die Orden von den Karnevallsgesellschaften aber auch von unabhängigen Gruppen. Die Anlässe sind vielfältig.